Ob wir in 30 Jahren alle zu Teetrinkern werden? Laut Studien wird nämlich 2050 der Kaffee knapp. Denn Klimawandel bedeutet für den Kaffee: die Anbaufläche schrumpft und damit die Lebensgrundlage von Millionen Menschen. Und das nicht erst in 30 Jahren, sondern heute.

Huch, der Kaffee wird knapp. Schuld ist der Klimawandel. © gojak/iStockphoto

Der Klimawandel und deine Tasse Kaffee am Morgen. Die beiden Dinge scheinen auf den ersten Blick nicht so viel gemein zu haben. Gut, vielleicht ist mittlerweile ein kleines bisschen wärmer hier in Deutschland und wir können den Kaffee in der Früh an mehr Tagen draußen genießen. Ganz nett eigentlich.

Der Kaffee aber wächst nicht in unseren Gärten, sondern tausende Kilometer entfernt in den Ländern rund um den Äquator, deswegen auch Kaffeegürtel genannt. Und für die Menschen dort und die Kaffeepflanze hat der Klimawandel schon jetzt eine ganz andere Dimension – alles andere als ‚ganz nett‘.

Der Kaffeepflanze bekommt der Klimawandel nicht

Die Kaffeepflanze ist sehr empfindlich, was ihre Umgebung angeht, man könnte sagen, sie ist eine kleine Diva: Temperatur, Sonneneinstrahlung und Feuchtigkeit müssen in dem richtigen Maße zusammenspielen, damit sie gut gedeiht. Wenn also dieses austarierte System gestört wird, hat die Pflanze ein Problem. Durch den Klimawandel ist das System schon heute gehörig durcheinandergebracht. Die Erträge sinken. Schädlinge breiten sich aus. Die Lage wird immer unberechenbarer. Darunter leiden nicht nur die Pflanzen, sondern vor allem auch die Kaffeebäuerinnen und -bauern: „Es gibt Tage, die sind einfach zu heiß und andere zu kalt. Wenn es heftig regnet, reißt es ganze Kaffeebäume mit sich. Wir werden ruiniert, wir gehen unter, weil wir nicht genug verdienen, um Essen zu kaufen und um unseren Kindern ein Einkommen zu zahlen“, berichtet Clara Largo, Kaffeebäuerin in Kolumbien, dem ARD Weltspiegel.

Anbauflächen schrumpfen, Preise steigen

Studien prognostizieren, dass die für den Kaffeeanbau geeignete Fläche durch die Folgen des Klimawandels stark zurückgehen wird: um 50 Prozent bis 2050. Bis der Kaffee hier im Supermarkt knapp wird und wir eine Veränderung bemerken (oder den Kaffee sogar selbst anbauen können ;)), dauert es also noch etwas.
Anders sieht es am Anfang der Lieferkette aus: Clara ist eine von 125 Millionen Menschen, die weltweit vom Kaffeeanbau leben und die Veränderungen jetzt schon spüren. Mit den schrumpfenden Anbauflächen schwinden auch die Arbeit und somit Lebensgrundlage von Claras und vielen anderen Familien.

Durch den Verlust der Anbauflächen kann auch bei uns der morgendliche Kaffee mittelfristig deutlich mehr kosten. Wer bis dahin Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern unterstützen will, achtet beim nächsten Kauf am besten auf Nachhaltigkeitssiegel. Je nach Zertifizierung wird den teilnehmenden Bäuerinnen und Bauern dadurch ein Mindestpreis garantiert oder auf Maßnahmen zum Umweltschutz geachtet.

P.S.: Clara ist keine Ausnahme im Kaffeesektor. Einen Großteil der Arbeit im Kaffeeanbau leisten tatsächlich Frauen. Warum es allerdings noch ein langer Weg zur Gleichberechtigung der Kaffeebäuerinnen ist, erfährst du hier.