Viel Abwechslung im Kühlschrank und dennoch bewusst und regional einkaufen, etwas für den Klimaschutz tun und mehr über die Herkunft der Lebensmittel erfahren: Laut BMEL-Ernährungsreport ist das für viele hierzulande wichtiger geworden. Wir haben alle interessanten Ergebnisse für dich zusammengefasst

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Knapp 8.000 Lebensmittel buhlen in einem durchschnittlichen Supermarkt um die Gunst der Konsumenten*innen (Quelle: Statista). Welche Beweggründe dafür sorgen, dass einige Lebensmittel bevorzugt im Einkaufswagen landen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, kurz BMEL, im Ernährungsreport 2021 repräsentativ untersucht.

Regionalität, Geschmack und Gesundheit – drei wichtige Aspekte beim Einkauf

Besonders wichtig ist den 1.000 Verbraucher*innen, dass die Produkte aus der Region stammen, sie gesund sind und vor allem gut schmecken. Letzteres ist 99 Prozent der Befragten besonders wichtig. Immer häufiger achten sie auch auf Siegel, die Aufschluss über die Herkunft der Lebensmittel geben.

Laut BMEL-Ernährungsreport 2021 schauen 68 Prozent der Konsument*innen auf das Regionalfenster, 64 Prozent auf das Bio-Siegel – allein bei letzterem ist das eine Steigerung um 14 Prozent zum Vorjahr – und 57 Prozent auf das Tierwohllabel. Auch das Thema fairer Handel ist den Verbraucher*innen in Deutschland viel wichtiger geworden. Laut Ernährungsreport achten 57 Prozent auf Siegel, welche fairen Handel garantieren. Das ist ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein wichtiger Schritt, um etwas gegen unfaire Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen der Menschen vor Ort zu tun.  

Trend geht zu Veggie-Alternativen

Neben fairen Handel ist den Verbraucher*innen auch wichtig, dass es auf dem Essenstisch nicht eintönig zugeht: Ganz nach dem Motto: Die Mischung macht’s. Neben Obst und Gemüse stehen auch Milchprodukte wie Joghurt oder Käse ganz oben auf dem täglichen Speiseplan. Bei 26 Prozent der Befragten darf auch Fleisch nicht fehlen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das aber ein Rückgang von acht Prozent.

Gleichzeitig steigt der Konsum von vegetarischen oder veganen Alternativen wie Sojadrinks, Tofu-Würstchen oder vegane Käsealternativen. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind diese Produkte besonders beliebt: 17 Prozent der Befragten nehmen solche Alternativen zu tierischen Produkten einmal täglich zu sich. Im letzten Jahr lag der Anteil bei gerade einmal sieben Prozent.

Doch warum kaufen die Leute überhaupt solche Veggie-Alternativen? Während die meisten einfach neugierig auf den Geschmack sind und mal etwas Neues ausprobieren wollen, wollen viele dadurch auch den Tieren sowie dem Klima und der Umwelt etwas Gutes tun.

Bewusster einkaufen – doch wie?

Du willst das Thema Ernährung bei dir auch etwas mehr in den Fokus rücken und in Zukunft bewusster einkaufen? Wir haben hier ein paar Tipps für dich, wie dir das ganz einfach gelingt:

  • Kaufe bevorzugt saisonale und wenn möglich regionale Produkte. Wenn es einen Bauernmarkt bei dir um die Ecke gibt, ist das natürlich eine sehr gute Anlaufstelle. Mittlerweile bieten aber auch viele Supermärkte Obst und Gemüse sowie weitere Lebensmittel von regionalen Herstellern an.
  • Um zu erfahren, wo das Produkt herkommt und wie es hergestellt wurde, lohnt sich ein Blick auf Gütesiegel wie beispielsweise das Regionalfenster, das Tierwohllabel sowie Siegel für fairen Handel oder nachhaltige Fischerei.
  • Greife beim Einkauf am besten zu hochwertigem Fleisch vom regionalen Metzger oder vom Bio-Laden anstatt Massenware. Oder wie wäre es mit ein bis zwei fleischfreien Tagen in der Woche? Vegetarische und sogar vegane Alternativen gibt es mittlerweile viele.

Wissen zum Mitnehmen

  • Verbraucher*innen legen bei der Auswahl der Lebensmittel vor allem Wert auf Frische und Regionalität.
  • Geschmack ist nach wir vor das Kaufkriterium Nummer Eins.
  • Verbraucher*innen zeigen ein verstärktes Bewusstsein für Tierwohl und Umweltschutz.
  • Nachhaltigkeitssiegel für fairen Handel werden für Verbraucher*innen immer wichtiger.

 

Quelle: BMEL-Ernährungsreport 2021, Statista