Schokolade macht glücklich – nicht nur zu Ostern

Aber Kakao macht keinesfalls reich. Und glücklich macht er auch nicht jeden, zumindest nicht unbedingt diejenigen, die ihn anbauen: Das süße Vergnügen, das uns die Schokolade hier bereitet, könnten sich die Bäuerinnen und Bauern, die den Kakao dafür herstellen nämlich niemals leisten.

172 Euro im Monat hat eine siebenköpfige Kakaobauernfamilie in der Elfenbeinküste ungefähr zur Verfügung – je nachdem wie man die Berechnung vornimmt. Von diesem Geld muss das ganze Essen bezahlt werden, müsste Ausbildung, Kleidung, Medikamente, kurz einfach alles, was wir im täglichen Leben benötigen, bezahlt werden. Das dafür 172 Euro nicht ausreichen, kann man sich denken – selbst, wenn man davon ausgeht, dass die Lebenshaltungskosten in der Elfenbeinküste niedriger sind. Um sich all das leisten zu können, fehlen den Familien rund 300 Euro im Monat. Umgekehrt bedeutet das, dass sie insgesamt 480 Euro monatlich bräuchten. Immer noch nicht so viel, oder? Weil das Geld aber nicht da ist, müssen viele Kinder arbeiten, damit die Familie genug zum Überleben hat. 1,6 Millionen Kinder arbeiten in den beiden westafrikanischen Ländern Côte d’Ivoire und Ghana in der Kakaoproduktion. Das sind die beiden Länder, aus denen der meiste Kakao für die Schokolade in Deutschland kommt. Arbeiten heißt in diesem Fall nicht, mal zu Hause zu putzen oder nachmittags auf der Arbeit der Eltern vorbeizuschauen. Arbeiten heißt in diesem Fall: ausbeuterische Kinderarbeit. Das bedeutet, diese Kinder können nicht zur Schule gehen, leiden unter langen Arbeitszeiten, schlechter Bezahlung, extremen Umweltbedingungen und Pestiziden. Findest du gar nicht mal so gut? Das kannst du tun, um einen Beitrag zu besseren Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kakaobäuerinnen und -bauern zu leisten:

  • Kaufe bewusst Produkte aus dem Fairen Handel und mit Nachhaltigkeitssiegeln. Organisationen des Fairen Handels und Nachhaltigkeitssiegel arbeiten unter anderem daran, ein besseres Einkommen für Bäuerinnen und Bauern zu generieren. Sie setzen sich außerdem für mehr Umweltschutz, gute Anbaumethoden und gegen Kinderarbeit ein.
  • Sprich mit deinen Freunden und deiner Familie darüber, wie wichtig Nachhaltigkeitssiegel beim Einkauf sind, was sie bedeuten und wofür sich der Faire Handel einsetzt.
  • Rege in der Schule, auf der Arbeit, im Verein oder an der Uni Projekte an. Mache dabei auf die Armut der Kleinbäuerinnen und -bauern, auf die weltweite Kinderarbeit, auf ungerechte Handelsbedingungen und die Macht der Lebensmittelkonzerne aufmerksam.
  • Frage Politikerinnen und Politiker, wie sie sich gegen weltweite Kinderarbeit einsetzen und was sie politisch dafür tun können.

Mehr über Kakao, die Menschen, die mit ihm zu tun haben und was schon getan wird, um Kakao nachhaltiger zu machen, erfährst du auf www.kakaoausstellung.de.